Die Idee
Der PORSCHE 911 war als ein mehr als würdiger Nachfolger des 356 in der allerdings eher gehobenen Käuferschicht eingeschlagen. Viele Jahre lang behauptete er sich zu recht als einer der besten Serien-Sportwagen seiner Zeit. Durch den relativ hohen Kaufpreis wurde das Image sicherlich gestärkt, die Käuferschicht jedoch gleichzeitig begrenzt. Auch die Zeit für etwas neues war gekommen.
Unterdessen sehnte sich VOLKSWAGEN unter Leitung von Professor Heinz Nordhoff nach einem neuen und erschwinglichen Sportwagen, welcher leicht und in hohen Stückzahlen preiswert produziert werden sollte. Der VW-Käfer war immer noch der größte Absatz der Firma, der VW Karmann - Ghia, ein unbestreitbar großer Erfolg in Form eines offenen Sportwagens, neben seiner eher schwachen Motorleistung in die Jahre gekommen.
VW brauchte neben einer Image-Steigerung ein ganz neues Fahrzeug. Der Typ 411 / 412 wurde von den meisten potentiellen Käufern schlichtweg abgelehnt, schnell erhielt er aufgrund seines markanten Designs den Spitznamen "Nasenbär".
Auch bei PORSCHE dachte man schon seit längerem über die Entwicklung eines preiswerten Sportwagens nach, der die Produktpalette der Firma nach unten abrunden sollte.
Die Produktionskapazitäten von PORSCHE waren jedoch begrenzt, schließlich brauchte man den größten Teil der Werke für den Weiterbau des erfolgreichen 911. Eine eigene Neuentwicklung kam in diesem Stadium zudem viel zu teuer.
Die historischen Beziehungen zu VW waren Mitte der 60er Jahre sicher einer der Hauptgründe für die anschließende gemeinsame Entscheidung durch Ferry Porsche und Heinz Nordhoff, einen preiswerten und doch leistungsstarken gemeinsamen Sportwagen zu entwickeln. So reichte am Ende ein einfacher Handschlag, um den Bau des späteren VW-PORSCHE 914 zu beschließen.
VOLKSWAGEN beauftragte PORSCHE offiziell mit der Entwicklung und Konstruktion eines Sportwagens. Da VW die Produktionskosten niedrig halten wollte, sollte in dem neuen Fahrzeug u.a. der Motor des VW 411 zum Einsatz kommen. Vielleicht auch zur Wahrung des eigenen Gesichts behielt sich PORSCHE die Möglichkeit vor, den Sportwagen gleichzeitig mit einem Aggregat aus eigener Herstellung zu bestücken.
Von der Idee der Konstruktion des neuen Wagens als Mittelmotor - Prinzip war Nordhoff begeistert, PORSCHE hatte mit diesem Prinzip bereits im Motorsport von sich reden gemacht. Durch den vor der Hinterachse liegende Motor, also in der Mitte der beiden Achsen, wurde eine nahezu perfekte Gewichtsverteilung am Fahrzeug erreicht, welche sich sehr günstig auf die Fahreigenschaften ausübte. Dadurch erreichte ein Fahrzeug mit Mittelmotor extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten.
Die Grundlagen für den Bau des VW-PORSCHE 914 war damit perfekt.
