Die Entwicklung
Bisher stand immer noch nicht fest, wie genau der VW-PORSCHE 914 auszusehen hätte. Nur bezüglich der Technik hatte man bereits einige Vorstellungen. Insgesamt wurden einige Entwürfe zum Design gefertigt. Alle hatten ihre Vor-/ und Nachteile. Der Entwurf des Designers Heinrich Klie wurde schließlich von allen Seiten als optimal anerkannt. Wie sich später herausstellen würde, machte er einen gewaltigen Schritt nach vorne, für viele Käufer aber auch zu gewaltig.
Doch das Tonmodell kam der späteren Serie bereits sehr nah. Geändert wurden nur noch unwesentliche Kleinigkeiten, die entweder die Technik forderten oder aber einfach überstimmt wurden, wie z.B. die Doppelscheinwerfer oder die ursprünglich als bequeme Armauflage gedachte Aussparung auf den Türen.
Trotz der vielen Auflagen bezüglich der Verwendung bereits vorliegender Teile erschufen die PORSCHE-Ingenieure ein neues Fahrzeug, das in Sachen Fahrleistung zu späterem Zeitpunkt sogar dem PORSCHE 911 ernsthafte Motorsport-Konkurrenz machen sollte. Aus heutiger Sicht seiner Zeit weit voraus, war das Ergebnis der reinrassige Zweisitzer VW-PORSCHE 914.
Im Übrigen kamen auch wesentliche Teile aus den PORSCHE-Regalen zum Einsatz. Die Aufhängung sowie die Lenkung des PORSCHE 911 wurden leicht modifiziert, das Getriebe wurde dagegen nahezu unverändert übernommen. Das Schaltgestänge musste aufgrund der durch das Mittelmotor-Prinzip bedingten um 180 Grad verdrehten Lage des Getriebes kompliziert geführt werden, was später noch zu Problemen führen sollte.
Die Bauweise als Mittelmotorfahrzeug war jedoch bereits beschlossene Sache.
Das Aggregat des VW 411 wurde seitens der PORSCHE-Ingenieure zur Leistungssteigerung auf 80 PS weiterentwickelt. Änderungen an Kurbelwelle, Ventilen und Hub sowie der Einsatz eines für damalige Zeiten ungewöhnlichen D-Jetronic Benzin-Einspritzsystems von BOSCH ließen den Motor schließlich kraftvoller und dabei sogar sparsamer laufen.
Durch das Mittelmotor-Prinzip waren räumliche Grenzen gesetzt. Die Gestaltung als Zweisitzer ließ aber widerum die Anordnung zweier Kofferräume zu. Und gerade diese räumlichen Karosseriemerkmale sorgten damit für eine bemerkenswert hohe Sicherheit der Fahrgastzelle durch größere Knautschzonen vorn und hinten. Der Überrollbügel wurde schließlich noch geschickt in das Targadesign integriert und sorgte damit für zusätzliche, ohnehin schon sehr gut vorhandene Verwindungssteife.
Das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend. Es entstand wider vielen Behauptungen, der Wagen sei ein Ergebnis des reinen Zusammensetzens von Volkswagen-Teilen, eine - wie Ferry Porsche es bezeichnete - völlig neue und eigenständige Konstruktion:
Der VW-PORSCHE 914
Schnittzeichnung der VW-PORSCHE 914 Konstruktion, Quelle: VW-Porsche VG
